MITTEILUNGEN // BGA-POSITIONEN

BGA: Außenhandel in diesem und nächsten Jahr auf Rekordkurs – kurzfristige Zuversicht von langfristiger Skepsis überlagert


Berlin, 28. Dezember 2015

„Der deutsche Außenhandel hat im laufenden Jahr 2015 in einem schwierigen weltweiten Umfeld unsere Erwartungen noch übertroffen. Und auch im kommenden Jahr 2016 erwarten wir sowohl für die Exporte wie für die Importe neue Allzeithöchstwerte. Das ist nicht nur hierzulande eine gute Nachricht: Deutschland wird damit seiner Rolle als Wachstumsmotor Europas erneut gerecht. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. So überzeichnet insbesondere der billige Euro unsere wirtschaftliche Stärke auf den Weltmärkten. Und auch wenn dies zusammen mit niedrigen Rohstoffpreisen derzeit gute Bedingungen für die deutsche Wirtschaft schafft, helfen diese – endlichen – Effekte doch nicht über fehlende Nachfrage in wichtigen Zielländern wie China hinweg. Zusammen mit den gefährlichen Nebenwirkungen der Geldpolitik der EZB, der ungelösten Euroschuldenkrise und zahlreichen weltweiten Krisenherden führt dies in der Summe dazu, dass keine Feierlaune aufkommt und die kurzfristige Zuversicht von mittel- und langfristiger Skepsis überlagert wird.“ Dies erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin zum Jahreswechsel. Für das Gesamtjahr 2015 erwartet der BGA, dass die Exporte um bis zu 6 Prozent auf 1.191 Milliarden Euro und die Importe um 4 Prozent auf 947 Milliarden Euro steigen werden.

 

„Für die Politik heißt das, es gibt viel zu tun, um die gute Wirtschaftslage zu erhalten. Insbesondere gilt es die Flüchtlingsströme wieder unter Kontrolle zu bekommen und die Eurorettung voranzutreiben ohne ein weiteres Aufweichen des Euros, denn auch unserer exportorientierten Wirtschaft schadet sie langfristig. Wenn wir über 2016 sprechen, darf das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP natürlich nicht fehlen. Wir kämpfen für einen erfolgreichen Abschluss gegen viele Widerstände, weil wir angesichts der großen vor uns liegenden Herausforderungen dringend die Weichen für ein langfristiges Wachstum stellen müssen. Und es ist für die EU und die USA die Chance, gemeinsame internationale Standards im Welthandel zu setzen. Jetzt können wir noch festlegen, wie wir es mit Menschrechten wie Meinungsfreiheit, mit Kinderarbeit oder Korruption halten. TTIP ist die vielleicht letzte Gelegenheit, mit gutem Beispiel voranzugehen und hohe, globale Standards zu definieren“, so Börner abschließend.

 

 41, Berlin, 28. Dezember 2015

 

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André Schwarz
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