Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 12 | 13. Juni 2019

Aktuell

BGA: Dienstleistungen trotzen konjunktureller Abkühlung

„Für den Dienstleistungssektor in Deutschland geht es ungebrochen aufwärts. Ob bei Umsätzen oder bei Beschäftigung – die Dienstleistungen gewinnen immer mehr an Bedeutung.

In vielen Branchen runden sie das Leistungsportfolio ab. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass sich die Dienstleister auch künftig entgegen dem verhaltenen Trend in anderen Bereichen kräftig aufwärts entwickeln.“ Dies erklärte BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann anlässlich der heute veröffentlichten Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung im Dienstleistungssektor im ersten Quartal 2019.

Die Umsätze im Dienstleistungssektor lagen nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 2019 um 3,5 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresquartal. Dabei weist insbesondere der Bereich Verkehr und Lagerei einen kontinuierlichen Anstieg auf. Im Jahresverlauf sind die Umsätze um 4,1 Prozent angestiegen. Informations- und Kommunikationsdienstleistungen lagen dagegen 1,4 Prozent unter dem Vorquartal aber um 3,2 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Beschäftigung nahm im Dienstleistungssektor im Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent zu.

„Dienstleistungen entwickeln sich zu einem immer wichtigeren Konjunkturmotor der deutschen Wirtschaft. Ihr Erfolg ist aber kein Selbstläufer, sondern auch Dienstleistungsunternehmen brauchen ein solides Umfeld und attraktive Rahmenbedingungen. Gerade in der Digitalwirtschaft führen nationale Alleingänge, etwa in der Steuerpolitik, in die Sackgasse. Auch das Regulierungsdickicht – beispielsweise im Finanzdienstleistungssektor oder bei der Arbeitszeit – zu lichten, bleibt eine Herkulesaufgabe“, so Bingmann abschließend.

BGA-Pressemitteilung vom 11. Juni 2019

BGA: Deutscher Außenhandel schwächelt

„Der deutsche Außenhandel startete schwach in das zweite Quartal. Die Auswirkungen der globalen Unruhe – nicht nur in der Politik allgemein, aber vor allem in der Handelspolitik – bekommen wir nun zu spüren.

Unsere Exporte sind insgesamt zurückgegangen. Einen Lichtblick bieten immerhin die Ausfuhren in Drittländer und die durchaus positive Entwicklung der Importe.“ Dies erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für April 2019 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 109,7 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent gesunken. Mit einem Warenwert von 91,7 Milliarden Euro sind die deutschen Importe jedoch gestiegen, im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 17,9 Milliarden Euro ab.

„Wenn unsere Exporte in die EU-Länder zurückgehen, sollte uns das zu denken geben. Zum Glück hat die Europawahl ein Ergebnis geliefert, bei dem wir davon ausgehen können, dass keine grundlegenden Risiken bestehen. Natürlich wird sich die politische Willensbildung aufgrund der Stärkung der rechtspopulistischen Kräfte komplizierter gestalten. Wir hoffen aber, dass die Politik verstanden hat, dass es wie bisher nicht weitergehen kann. Mit dem Blick in die Welt ist erfreulich, dass der Exporthandel mit den Drittländern die Negativentwicklung etwas abfedern konnte. Besonders hervorzuheben sind hier die Ausfuhren in afrikanische Länder. Auch für das positive Ergebnis bei den Einfuhren spielen die Drittländer eine große Rolle. Die Zahlen machen deutlich, wie sehr wir von politischer Stabilität in der EU und in der Welt abhängig sind. Für alle Seiten wäre es von Vorteil, wenn bald etwas mehr Ruhe ins Weltgeschehen käme“, so Bingmann abschließend.

BGA-Pressemitteilung vom 7. Juni 2019

BGA: Großhandel in Moll-Stimmung

„Der Großhandel befindet sich im Frühjahr 2019 in einem konjunkturellen Wechselbad. Die Umsatzentwicklung ist von einem deutlichen Auf und Ab geprägt.

Nach zwei erfreulichen Monaten dank einiger Nachhol- und Sondereffekte hat die wirtschaftliche Entwicklung deutlich Federn gelassen und auch für die nächsten Monate rechnen wir nicht mit einem Wiedererstarken. Die anhaltenden internationalen Handelsstreitigkeiten, der ungelöste Brexit und die anstehenden Weichenstellungen in der Europäischen Union erhöhen die Unsicherheit und dämpfen die wirtschaftliche Dynamik. Damit die Stimmung nicht kippt, muss die Politik mutiger und entschlossener Projekte voranbringen, die den Wirtschaftsstandort stärken und die Bürger entlasten, statt anhaltend Diskussionen über neue soziale Wohltaten zu führen.“ Dies erklärte BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann zu der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Entwicklung der Großhandelsumsätze im ersten Quartal 2019.

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Umsätze im März nominal zwar um 1,8 Prozent, aber real nur um 0,1 Prozent. Im ersten Quartal ergab sich ein nominales Wachstum von durchschnittlich 4,0 Prozent und real von 2,5 Prozent. Sowohl der Produktionsverbindungshandel als Frühindikator für Industrieproduktion und Export als auch der Großhandel mit Konsumgütern bewegen sich dabei nahezu gleichgerichtet. Zugleich ist diese Veränderung von einer moderaten Entwicklung der Großhandelsverkaufspreise begleitet.

„Die Politik in Deutschland muss sich rasch sortieren und klare Signale der Verlässlichkeit und Berechenbarkeit sowohl nach innen als auch an die europäischen Partner senden. Von den Regierungsparteien erwarten wir, dass sie endlich stärker die wirtschaftliche Entwicklung beachten und entsprechend handeln. Dies vermissen nach meiner Einschätzung immer mehr Bürger und Betriebe. Ein Führungsvakuum können wir uns angesichts jetzt notwendiger Impulse, wie etwa eine Unternehmensteuerreform, Bürokratieentlastung, einen beschleunigten Infrastrukturausbau sowie das Vorantreiben der digitalen Transformation, nicht leisten“, so Bingmann abschließend.

BGA-Pressemitteilung vom 5. Juni 2019