Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 12 | 13. Juni 2019

Aus den Mitgliedsverbänden

BGA stärkt Online-Kompetenz durch neue Mitgliedschaft des bevh

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist neues Mitglied im Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA).

Damit erweitert der BGA sein Netzwerk um einen Verband, der in den Themen E-Commerce-Strategie, Plattform-Ökonomie, Online-Marktplätze, Multichannel-Handel, Logistik sowie „Letzte Meile“ zu Hause ist. Der bevh wiederum profitiert von der hervorragenden politischen Vernetzung und der Schlagkraft des Spitzenverbandes sowie dessen spezifischer Expertise, unter anderem in Fragen des Im- und Exports. Diese werden in Hinblick auf den wachsenden grenzüberschreitenden Handel über das Internet immer wichtiger.

„Angesichts der stetig voranschreitenden Digitalisierung, die auch für die Unternehmen des Groß- und Außenhandels sowie die Dienstleister im B2B-Bereich eine immer größere Rolle spielt, freuen wir uns über das E-Commerce- und Distanzhandels-Know-how, das über den bevh neu dazukommt“, unterstrich BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann.

Gero Furchheim, Präsident des bevh, schließt sich dem an: „E-Commerce verändert die gesamte Wertschöpfungskette im Handel vom Einkauf bis zum Vertrieb, von der industriellen Fertigung bis zur Nachbetreuung beim Kunden. Im BGA und gemeinsam mit seinen vielen starken Mitgliedsverbänden wollen wir mit unserer Branche den neuen Handel noch mehr voranbringen und seine Akteure und unsere Mitgliedsunternehmen stärken.“

BGA-Pressemitteilung vom 12. Juni 2019

Siehe dazu auich ein ausführliches Interview von BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann und bevh-Präsident Gero Furchheim in der FAZ.

 

BGA-Präsident Bingmann zu Gast beim ILS

BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann war Gast der Mitgliederversammlung des Verbandes Instore und Logistik Services (ILS) in Berlin.

Im Gespräch mit den auf Filial- und Lagerlogistik spezialisierten Unternehmern unterstrich Bingmann die wachsende Bedeutung der Dienstleistungsbranchen für den BGA. Bei der Neuwahl des Vorstandes des ILS wurde Christian Ermler einstimmig als Vorsitzender im Amt bestätigt.

ILS-Vorstandsvorsitzender Christian Ermler
rechts: BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann

 

BDIU erinnert Justizministerkonferenz an Zusage für bessere Inkasso-Aufsicht

In dieser Woche werden sich die Justizminister der Länder auf ihrer Konferenz mit der Inkasso-Aufsicht beschäftigen. „Wir erwarten konkrete Beschlüsse“, sagt Kay Uwe Berg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU), am Montag in Berlin.

„Die Aufsicht über Inkassounternehmen ist auf zu viele Köpfe zersplittert – wir kritisieren diesen Missstand in Übereinstimmung mit den Verbraucherschützern schon seit vielen Jahren. Das macht es schwarzen Schafen und kriminellen Banden, die sich als Inkassounternehmen ausgeben, viel zu leicht. Die Politik hat dieses Problem völlig zu Recht erkannt und Verbesserungen versprochen. Diesen Worten müssen nun auch Taten folgen.“

Wichtig sei eine Zentralisierung der Aufsicht. Bislang ist sie auf fast 40 Zivilgerichte in den Bundesländern verteilt „Das geltende Recht muss besser durchgesetzt werden. So schützt man Verbraucher und Unternehmen am besten vor unseriösem Inkasso. Solange das nicht geschieht, helfen zusätzliche Regelungen oder auch neue Gesetze nicht weiter“, ergänzt Berg. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen, mit dem das Inkassorecht verbraucherfreundlich weiterentwickelt werden soll.

Wegen des jahrelangen Stillstandes im Bereich Stärkung der Aufsicht hat der BDIU die eigene Branchenaufsicht weiter ausgebaut und ist dabei, Standards für seriöses Inkasso zu etablieren. Erst vor einem Monat hatte sich die Mitgliederversammlung des Inkassoverbands mit großer Mehrheit für den ersten Entwurf eines neuen Verhaltenskodex ausgesprochen. Dieser Code of Conduct beinhaltet in über 70 Paragrafen unter anderem Regeln zu Kommunikation und Umgang mit Schuldnern, zur Prüfung der Richtigkeit einer Forderung und zur Prävention von Identitätsdiebstählen. In diesem Zug verstärkt der BDIU auch die verbandliche Branchenschlichtungsstelle, an die sich Verbraucher bei Problemen mit Inkassounternehmen jederzeit wenden können. An deren Spitze steht seit April die neue Ombudsfrau des Verbands, die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries.

„Mit dem Code of Conduct und dem Ausbau der Verbraucherschlichtung stärken wir den Verbraucherschutz nachhaltig“, so Berg. „Sogar bei den Inkassokosten, insbesondere bei den Kosten für Ratenzahlungsvereinbarungen und der Doppelbeauftragung von Rechtsanwalt und Inkassounternehmen, haben sich unsere Mitglieder – immerhin fast 80 Prozent der aktiven Marktteilnehmer – zu klaren Regelungen im Interesse der Verbraucher bekannt. Nun ist es am Gesetzgeber nachzuziehen und gegen unseriöses Inkasso außerhalb der Verbandsgrenzen vorzugehen.“

BDIU-Pressemitteilung vom 3. Juni 2019