Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 13 | 2. Juli 2019

Europa 

Festakt zum 70-jährigen Bestehen der EBD

In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden wurde am 13. Juni 1949 die Europäische Bewegung Deutschland (EBD) gegründet. Diese Gründung wurde unter anderem vom früheren britischen Premierminister Winston Churchill unterstützt. Damals schickte Churchill seinen Schwiegersohn Duncan Sandys zur Gründungsversammlung nach Wiesbaden, wo dieser die Eröffnungsrede in deutscher Sprache hielt. Unter den Gründern waren Persönlichkeiten wie Carlo Schmid, Paul Löbe, Hermann Brill und Eugen Kogon, der damalige Vorsitzende der Europa-Union-Deutschland.

Bei dem Festakt anlässlich des 70. Geburtstag der EBD war auch der BGA anwesend. Es wurde an die Erfolge der EBD in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden und -vereinen gedacht, aber auch an die künftigen Herausforderungen innerhalb der EU. In diesem Kontext wurden die Wahlergebnisse der Europawahl sowie die daraus resultierenden Konsequenzen diskutiert. Hervorgehoben wurde die deutlich gestiegene Wahlbeteiligung – in Deutschland +12 Prozent. Es werde immer mehr anerkannt, dass das Europäische Parlament keine „Quasselbude“ sei, sondern maßgeblich an der Gesetzgebung mitwirke, die alle EU-Bürger beträfe. Die Ergebnisse der Wahl würden einen Umbruch im Europäischen Parlament mit sich ziehen. Klaus Hänsch, Präsident des Europäischen Parlaments a.D., betonte hierzu: „Wir müssen Europa in diesen Zeiten neu begründen, nicht neu gründen.“ MdEP und Vizepräsident der EBD, Manfred Weber, schloss die Veranstaltung mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick in die Zukunft der EBD. Es sei eine Vielzahl von Veranstaltungen geplant und man wolle die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern weiter ausbauen. Im Anschluss an den Festakt fand ein reger Austausch unter den Teilnehmenden statt.  [Desirée Landerer]