Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 13 | 2. Juli 2019

Konjunktur 

Konjunktur im Schwebezustand

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April 2019 gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Nach einem leichten Anstieg um 0,8 Prozent im März, verbessert sich somit die Auftragslage insgesamt leicht. Während die Ordereingänge aus Drittländern um 5,7 Prozent anstiegen, verringerten sich die Bestellungen aus dem Inland um 0,8 Prozent und aus dem Euroraum um 5,8 Prozent. Der Anteil der Großaufträge war unterdurchschnittlich.

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe nahm im April 2019 gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent ab. Besonders in der Industrieproduktion ist eine weitere anhaltende Schwäche zu spüren (-2,5 Prozent). Das Baugewerbe wurde um 0,2 Prozent ausgeweitet.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Schwebezustand zwischen einer weiteren konjunkturellen Abkühlung und leichter Stabilisierung des derzeitigen Niveaus. Die Auftragseingänge aus dem Ausland deuten zwar trotz zahlreicher Handelskriege und geopolitischer Unsicherheiten auf eine leichte Verbesserung des weltwirtschaftlichen Klimas hin, die binnenwirtschaftliche Situation bleibt jedoch fragwürdig. Untermauert wird die Einschätzung des BGA dabei vor allem durch das weitere Ausbleiben einer substanziell verbesserten Situation in der Produktion.   [Julius Kempe]