Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 14 | 16. Juli 2019

Aktuell

BGA: Deutscher Außenhandel startet schwungvoll in den Sommer

"Der Außenhandel zieht zu Beginn des Sommers wieder an.

Sowohl Exporte als auch Importe haben sich im Wonnemonat Mai prächtig entwickelt. Das gute Ergebnis wird allerdings überschattet von der anhaltend negativen Entwicklung bei den Auftragseingängen. Es ist damit zu rechnen, dass die konjunkturelle Abkühlung Fahrt aufnehmen wird.“ Dies erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für Mai 2019 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 113,9 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 93,4 Milliarden Euro sind die deutschen Importe leicht stärker gestiegen, im Vorjahresvergleich um 4,9 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 20,6 Milliarden Euro ab.

„Auch die politische Situation in der Welt ist alles andere als stabil. Umso wichtiger ist es jetzt, die vakanten Spitzenpositionen in der Europäischen Union zügig zu besetzen, damit Europa international als geeinte Macht auftreten und die nötigen Reformen angehen kann. Hierfür muss das europäische Parlament die Spitzenpersonalien zügig bestätigen. Ein Lichtblick bleiben die guten Zahlen in den Drittländern. Allerdings verunsichern hier die ständigen Ankündigungen von US-Präsident Trump den Welthandel regelmäßig – seien es Zölle auf chinesische oder europäische Produkte oder auch geopolitische Drohungen gegen den Iran. In dieser Atmosphäre kann der weltweite Handel nicht sein eigentliches Potenzial entfalten. Deshalb ist es umso wichtiger, die Handelsabkommen mit Mercosur und Vietnam schnellstmöglich zu ratifizieren, damit die regelbasierte Handelspolitik wieder gestärkt wird“, so Bingmann abschließend.

BGA-Pressemitteilung vom 8. Juli 2019

Zum Gipfel der Afrikanischen Union (AU), der heute in Niamey, Niger stattfindet, erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann:

"Wir hoffen, dass die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union nun den finalen Schritt gehen, um die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) Wirklichkeit werden zu lassen.

Wenn alle Länder des Kontinents mitmachen, könnte so die größte Freihandelszone der Welt entstehen, mit mehr als eineinhalb Milliarden Verbrauchern. Mit der Ankündigung Nigerias, dem Vertrag beitreten zu wollen, ist dies nun in greifbare Nähe gerückt. Aber es ist nicht nur eine historische Chance, Großes zu schaffen. Afrika braucht dringend mehr regionale Integration als Wachstumstreiber. Nur weit unter einem Fünftel des afrikanischen Außenhandels gehen in die Nachbarländer. Meistens weil es aufgrund von gegenseitigen Zollhürden und anderen Handelsbarrieren günstiger ist, gleich in den nächsten Kontinent zu exportieren. Wir haben die Hoffnung, dass mit dem Inkrafttreten von AfCFTA diese kuriose Situation bald der Vergangenheit angehört."

BGA-Pressestatement vom 7. Juli 2019

Zur Einigung zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur auf ein gemeinsames Freihandelsabkommen erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann:

„Der Durchbruch kommt zur rechten Zeit.

Das ist eine sehr gute Nachricht vor allem für die Bürger und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks. Wir sind überglücklich, dass dieses historische Abkommen nach äußert langen und zähen Verhandlungen nun zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Die entstehende größte Freihandelszone der Welt ist mehr als nur ein Ausrufezeichen gegen den weltweit grassierenden Protektionismus.“

BGA-Pressestatement vom 28. Juni 2019

BGA: Die G20 müssen jetzt liefern – EU schreitet voraus mit Unterzeichnung des Vietnamabkommens

„Ein weiteres deklaratorisches Bekenntnis zum Freihandel reicht nicht mehr.

Wir erwarten, dass sich die Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel endlich zusammenraufen und auf konkrete Vorschläge einigen, die verhindern, dass der Welthandel weiter ins Chaos abgleitet. Angesichts der schlechten Aussichten für die globale Wirtschaft dürfen die großen Staaten nicht tatenlos zusehen, wie überall wieder Handelsbarrieren errichtet werden. In erster Linie brauchen wir eine gemeinsame Linie für eine Reform der Welthandelsorganisation WTO, die dem regelbasierten Handel und dem Prinzip der friedlichen Streitschlichtung wieder Geltung verschafft.“ Dies erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann, heute in Berlin zum G20-Gipfel in Osaka.

„Mit Blick auf die aktuellen Handelskonflikte ist es richtig, dass die EU ihre eigenen Wege geht und mit der Öffnung neuer Märkte für europäische Unternehmen voranschreitet. Ein wichtiges Puzzlestück der weiteren Handelsliberalisierung ist das Freihandelsabkommen mit Vietnam, das jetzt am Wochenende unterzeichnet wird. Das Abkommen wird den Warenaustausch beider Regionen erheblich steigern, indem die Zölle auf 99 Prozent der Waren über einen Zeitraum von zehn Jahren gesenkt und weitere Handelshemmnisse beseitigt werden“, so Bingmann abschließend.

BGA-Pressestatement vom 28. Juni 2019