Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 15 | 8. August 2019

Konjunktur 

Deutsche Wirtschaft gibt unklares Bild ab 

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sanken nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2019 gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent. Nach einem leichten Anstieg um 0,4 Prozent im April bleibt die Situation volatil. Während die Ordereingänge aus dem Inland um 0,7 Prozent zunahmen, fielen die Bestellungen aus dem Euroraum und dem Nicht-Euroraum dagegen 1,7 Prozent bzw. 5,7 Prozent geringer aus.

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe entwickelt sich dagegen leicht positiv. Im Mai 2019 stieg die Produktion gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Dabei nahm sie in der Industrie zwar um 0,9 Prozent zu, ging jedoch im Baugewerbe um 2,4 Prozent zurück. Innerhalb der Industrie fiel der Anstieg bei der Herstellung von Investitions- und Gebrauchsgütern mit 2,0 Prozent und 2,7 Prozent am stärksten aus.

Die wirtschaftlichen Daten der Auftragseingänge und der Entwicklung im Produziereden Gewerbe zeichnen nach wie vor kein klares Bild darüber, in welche Richtung die Wirtschaft sich mittel- bis langfristig entwickeln wird. Erste Schwächeanzeichen des Binnenmarktes lassen zur Zeit Skepsis aufkommen, dass die Beurteilung des zweiten Quartals ebenso positiv ausfallen wird, wie die des ersten. Dabei bestehen die altbekannten Probleme fort: geopolitische Unsicherheiten und Handelsstreitigkeiten. Gleichzeitig treten innenpolitische und strukturelle Probleme aus dem Hinter- wieder in den Vordergrund. Damit nehmen die politischen Handlungserfordernisse zu.  [Julius Kempe]