Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 16 | 27. August 2019

Aktuell

Zu den heute veröffentlichten BIP-Zahlen für das 2. Quartal durch das Statistische Bundesamt erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann:

„Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die wirtschaftliche Stagnation ist da. Die unselige Mixtur aus schwelenden Handelskonflikten, ungeklärtem Brexit und weitere internationale Turbulenzen schwächen das Vertrauen in die Weltwirtschaft und belasten das globale Wachstum.

Das trifft Deutschland als Anbieter insbesondere von Investitionsgütern auf den Weltmärkten bis ins Mark - trotz gut laufender Binnenkonjunktur. Daran ändert auch die Verschiebung der nächsten Runde von US-Strafzöllen gegen China nichts. Zwar lässt es darauf hoffen, dass sich beide Länder doch noch einigen, dies hat aber keinen unmittelbar stimulierenden Effekt.“

„Für Schwarzmalerei gibt es indes keinen Grund, wohl aber ist dies ein lauter Weckruf für die Politik, nun endlich loszulegen und beherzt gegenzusteuern. Seit Monaten ist allen Beobachtern klar, dass die Luft für die deutsche Wirtschaft dünner wird. Auf der politischen Agenda aber stehen ganz oben Projekte wie die Grundrente, anstatt beispielsweise endlich beherzt eine Modernisierung der Unternehmensteuerreform anzupacken, Infrastrukturdefizite oder die viel zu hohen Energiekosten.“

Berlin, 14. August 2019

BGA: Deutscher Außenhandel mit magerer Halbjahresbilanz

„Die Halbjahresbilanz fällt für die deutschen Exporteure äußerst mager aus. Die weltweiten politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen zeigen jetzt ihre Auswirkung.

In allen Regionen war das Geschäft zuletzt rückläufig. Nach den ersten sechs Monaten weisen die Exporte lediglich ein geringes Wachstum von 0,5 Prozent auf und liegen damit noch unter unseren ohnehin bescheidenen Erwartungen.“ Dies erklärt BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für Juni 2019 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 106,1 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 8,0 Prozent gesunken. Mit einem Warenwert von 89,3 Milliarden Euro sind auch die deutschen Importe gesunken, im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 16,8 Milliarden Euro ab.

„Die Nervosität ist überall greifbar. Umso wichtiger ist es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und keine Krise herbeizureden. Die vielen Risiken konnten die Außenhändler bislang gut abfedern. Es zeichnet sich jedoch immer deutlicher ab, dass dies nicht über das gesamte Jahr gelingen wird. Zu groß sind einfach die Anzeichen für einen weltweiten konjunkturellen Abschwung, zu schwer wiegen Handelskonflikte und Wirtschaftsnationalismus, die sich immer weiter ausbreiten. Die Zahlen sind aber auch ein Appell an Europa. Unsere europäischen Nachbarländer sind unsere wichtigsten Handelspartner. Nur gemeinsam können wir stark sein und nur wenn wir stark sind, nimmt man uns in der Welt als gleichberechtigten Partner wahr, der auch nach seinen Wünschen Akzente setzen kann. Diese Akzente vermissen wir auch bislang schmerzlich in der Arbeit der großen Koalition. Man kann nicht oft genug wiederholen, dass beispielweise eine Unternehmenssteuerreform hierzulande schon längst überfällig ist“, so Bingmann abschließend.

BGA-Pressemitteilung vom 9. August 2019