Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 23 | 15. November 2018

 

Thema der Woche

APK – neueste Trends auf der zentralen Wirtschaftskonferenz der deutschen Asienwirtschaft

Die 16. Asien-Pazifik-Konferenz fand Anfang November in Jakarta statt. 900 Teilnehmer nahmen an den unterschiedlichen Panels zu Themen wie Infrastruktur, Innovation und Asiens Konsumenten teil. Im Panel Digitalisierung diskutierte BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann über Auswirkungen neuer Geschäftsmodelle auf den Groß- und Außenhandel und seine Dienstleister.

Der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft veranstaltet diese zentrale Wirtschaftskonferenz der deutschen Asienwirtschaft alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der jeweiligen Außenhandelskammer. Ziel der Konferenz ist es, eine Atmosphäre für die Teilnehmer zu schaffen, in der sie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der größten europäischen Wirtschaft und der am schnellsten wachsenden Region der Welt diskutieren und fördern können. Damit bietet die Konferenz eine Plattform für den Dialog und – als größte deutsche Networking-Veranstaltung im asiatisch-pazifischen Raum – viele Möglichkeiten, die geschäftlichen und persönlichen Beziehungen zwischen den Teilnehmern zu stärken.

Eröffnung durch Bundeswirtschaftsminister Altmaier

Bundeswirtschaftsminister Altmaier eröffnete die Konferenz mit einem klaren Statement zur Überlegenheit offener marktwirtschaftlicher Volkswirtschaften gegenüber staatlich gelenkter Wirtschaften.

Als ein Trägerverband des APA widmete sich der BGA in einem Panel dem Thema Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle. BGA-Präsident Bingmann diskutierte gemeinsam mit Ben Ghalmi, Vizepräsident der chinesischen b2b-Plattform Jumore, und Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, die Konsequenzen der Digitalisierung u.a. auf die Führungskultur in den Unternehmen. Die Mitglieder des Panels waren sich einig, dass die Anpassung an die digitale Welt Veränderungen auf verschiedensten Ebenen erfordert. Diese werden weitreichende Auswirkungen auf die bestehenden Muster, Gewohnheiten, Strukturen und Prozesse des Unternehmens haben. Dieser Wandel müsse bei den Menschen beginnen. Digital Natives spielten eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an eine digitale Welt. Denn sie seien es, die die digitalen Möglichkeiten voll ausschöpften und disruptive Geschäftsmodelle schafften. Unternehmen wären gut beraten, sich auf sie zu verlassen, um neue Fähigkeiten zu erwerben, die fit für die digitale Welt machen.

Digitale Lösungen bieten große Chancen – verschärfen aber auch den Wettbewerb

Digitale Lösungen verschärfen den Wettbewerb durch Vereinfachung des Marktzugangs. Diese Lösungen führen zu einer branchenübergreifenden Konvergenz und zur Verwischung der Grenzen zwischen den Sektoren. Handelsunternehmen, die mit der Produktion beginnen und begleitete Dienstleistungen anbieten, werden für Industrie und Handel immer wichtiger, da das Wissen über Lieferanten und Kunden immer transparenter werden.

Das digitale Zeitalter bietet aber eben auch große Chancen, wenn man diese für sich nutzbar machen kann. Das Fenster für diese Anpassungen, um die digitale Revolution zu meistern und die Erfolge in der Digitalisierung zu nutzen, schließt sich jedoch auch. Deshalb ist es unerlässlich, beim Eintritt in die digitale Welt über Grenzen hinweg zu denken und zu handeln.

Zum Abschluss der Konferenz stellte der Vorsitzender des APA, Hubert Lienhard, dessen Amtszeit endet, Joe Kaeser, CEO der Siemens AG, als designierten Vorsitzenden des APA vor. Die nächste Konferenz wird dann im Jahr 2020 in Tokio stattfinden.  [Gregor Wolf]