Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 3 | 6. Februar 2019

Konjunktur

Solides Wachstum 2018 – Wachstumskräfte 2019 stärken

Die deutsche Wirtschaft ist nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2018 um 1,5 Prozent nach 2,2 Prozent im Boomjahr 2017 gewachsen. Dies ist eine Abschwächung gegenüber den ursprünglichen Erwartungen, aber ein solides Ergebnis, das zeigt, dass die deutsche Wirtschaft nach wie vor wächst. Dies ist die zusammenfassende Bewertung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im vergangenen Jahr und den Perspektiven für 2019.Gründe für das geringere Wachstum liegen nach Einschätzung des BMWi in einer global abgeschwächten Konjunktur, im Niedrigwasser durch die anhaltende Dürreperiode, in den Absatzproblemen der Automobilindustrie aufgrund der WLTP-Problematik und in dämpfenden Sondereffekten wie der Grippewelle oder Streiks.

Die Binnenwirtschaft lieferte rechnerisch die entscheidenden Impulse. Der Sondereffekt WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) läuft aber allmählich aus, und ab dem Jahreswechsel ergeben sich zusätzliche Impulse durch die Umsetzung des Koalitionsvertrages, z.B. durch die Senkung von Steuern und Abgaben oder das Baukindergeld. Das Wachstum setzt sich daher im laufenden Jahr fort, so die Erwartung des BMWi. Trotz einer leichten Abschwächung der Auftragseingänge ist der Auftragsbestand weiterhin sehr hoch.

Angesichts der guten Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Jahr 2018 spürbar um 1,0 Prozent. Die Erwerbstätigkeit wurde im November auf über 45,2 Millionen Personen ausgeweitet. Knapp über 2,2 Millionen Personen waren ohne Arbeit, wobei die Langzeitarbeitslosigkeit kontinuierlich zurückgeht.

Der BGA nimmt wahr, dass das BMWi die konjunkturelle Einschätzung des BGA teilt, dass die wirtschaftliche Dynamik nachlässt und es langsamer vorangeht. Globale Unsicherheiten und Handelskonflikte belasten ebenso die Dynamik in Deutschland wie die Knappheit an Arbeitskräften und strukturelle Probleme. Aus diesem Grund muss es aus Sicht des BGA darum gehen, auf internationaler Ebene weiterhin für Stabilität und Freihandel einzutreten und auf nationaler Ebene die Infrastruktur zu modernisieren, die Digitalisierung weiter voranzubringen und anstatt Verunsicherung bei den Konsumenten, z.B. bezüglich individueller Mobilität, endlich wieder Verlässlichkeit und Berechenbarkeit zu schaffen.  [Michael Alber]