Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 5 | 5. März 2019

 

Thema der Woche

Erfolgreicher Deutsch-Afrikanischer Wirtschaftsgipfel mit BGA-Beteiligung

Der dritte Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsgipfel (GABS) – Deutschlands wichtigste Wirtschaftsveranstaltung in Afrika – fand vom 11. bis 13. Februar 2019 in Accra, Ghana statt. Im Rahmen des GABS treffen sich alle zwei Jahre führende Wirtschafts- und Regierungsvertreter aus Deutschland und Subsahara-Afrika, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europas größter Volkswirtschaft und der am schnellsten wachsenden Region der Welt zu diskutieren und zu fördern. Der GABS wird von der Subsahara-Afrika-Initiative der deutschen Wirtschaft organisiert, deren Träger u.a. der BGA ist.

Rund 500 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik aus Deutschland sowie aus vielen Ländern Subsahara-Afrikas nahmen an dem diesjährigen Gipfel teil.

Zusammenarbeit stärken

Eröffnet wurde der Gipfel vom Vizepräsidenten der Republik Ghana, S.E. Dr. Mahamudu Bawumiat. Die deutsche Delegation unter Leitung vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, bestand aus dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, dem Abteilungsleiter für Grundsatzfragen und internationale Wirtschaftspolitik im Bundesfinanzministerium, Jakob von Weizsäcker, und dem Vorsitzenden der Subsahara-Afrika-Initiative der deutschen Wirtschaft, Prof. Dr. Heinz-Walter Große. In seiner Ansprache betonte Müller, dass Subsahara-Afrika die am schnellsten wachsende Region der Welt sei. Angesichts der Nähe der Region zu Europa sei Deutschland bereit, das Wachstum Afrikas durch stärkere Zusammenarbeit in den Bereichen Berufsbildung, Landwirtschaft, Investitionen des Privatsektors sowie bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für Jugendliche zu begleiten.

Hoffnung für ein afrikanisches Freihandelsabkommen 

Teil des Konferenzprogramms war die vom BGA organisierte Podiumsdiskussion „How to unleash Africa’s trade potential“. Die Präsidentin der Westafrikanischen Wirtschaftskammern Yalode Lawson, der Leiter des Global Transaction Banking Middle East and Africa der Deutschen Bank Oliver Funck, die Unterabteilungsleiterin des Bundeswirtschaftsministeriums Dr. Dorothea Schütz und der Geschäftsführer des Hamburger Handelshaus Jos Hansen diskutierten darüber, wie der Handel zwischen der EU und Afrika sowie innerhalb Afrikas verbessert werden könne. Die Panelisten waren sich einig, dass der Handel zwischen Deutschland und Subsahara-Afrika unterschiedlich gut funktioniere und daher eine differenzierte Betrachtung notwendig sei. Für afrikanische Exporteure sei es vor allem schwierig, die hohen europäischen Standards zu erfüllen. Große Hoffnung setzen die Teilnehmer auf das geplante afrikanische kontinentale Freihandelsabkommen, das neben der Förderung des intra-afrikanischen Handels auch ein Katalysator für einen Anstieg der Wertschöpfung auf dem afrikanischen Kontinent werden könnte. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von BGA-Abteilungsleiter Marcus Schwenke.

 

v.l.n.r.: Tom Pause (Jos Hansen), Yolade Alaba Lawson (NACCIMA),
Marcus Schwenke (BGA), OLiver Funck (Deutsche Bank),
Dr. Dorothea Schütz (BMWi)/ Foto: © AHK Ghana


Zu den wichtigsten Höhepunkten des letzten Gipfeltages gehörten ein Kamingespräch über Unternehmertum im Zeitalter der Digitalisierung, ein Start-up-Pitch mit sechs innovativen Geschäftsmodellen auf dem Kontinent und einem Open Space des Import Promotion Desk (IPD).

Am Rande des Gipfels unterzeichneten Ghana und Deutschland eine Absichtserklärung zur Einrichtung eines Deutsch-Ghanaischen Wirtschaftsrates mit dem Ziel, den regelmäßigen Austausch zwischen beiden Regierungen und insbesondere zwischen Wirtschaftsvertretern zu erleichtern und damit die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern weiter zu stärken. Der Präsident der Republik Ghana, S.E. Nana Akufo-Addo, war am Abend des 12. Februars Ehrengast beim Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters.  [Marcus Schwenke]