Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 9 | 9. Mai 2019

Agrar- & Ernährungswirtschaft

EU-Kommission prüft Maßnahmen zur Preistransparenz im Agrarbereich

Die Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission konsultiert gegenwärtig die anderen Teile der Kommission zu ihrem Vorschlag für eine Verordnung über die Preistransparenz bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Diese war Teil des Maßnahmenpakets der 2016 von Landwirtschaftskommissar Hogan eingesetzten Task Force Agrarmärkte, die Empfehlungen zur Verbesserung der Position der Landwirte innerhalb der Lebensmittelversorgungskette erarbeitet hatte. Die weiteren Teile des Maßnahmenpakets waren die Omnibus-Verordnung, welche die Förderung von Erzeugerorganisationen ausweitete, und die Richtlinie zu unlauteren Handelspraktiken. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Preistransparenz würden die Mitgliedstaaten verpflichten, einen Rahmen und eine Methodik zur Erhebung „repräsentativer“ Einkaufs- und Verkaufspreise für eine Reihe von Produkten festzulegen. Die Vorschläge waren bereits Gegenstand einer ersten Aussprache mit den Landwirtschaftsbeamten der Mitgliedstaaten und sollen von der Kommission nach einer dreimonatigen Konsultation als Durchführungsrechtsakt angenommen werden. Der BGA hat über EuroCommerce seine Bedenken zu diesem Projekt geäußert. Es ist nicht ersichtlich, welchen Mehrwert größere Preistransparenz für Landwirte haben soll. Maßgeblich für die Preise ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Folglich steht sogar zu befürchten, dass sich die Preise für Landwirte nach unten entwickeln, weil sich die Marktbeteiligten an den niedrigsten Preisen orientieren könnten. Dieser „Ertrag“ würde den Aufwand, der den Unternehmen im Zuge der Erhebung repräsentativer Preise entstünde, nicht rechtfertigen.  [Sebastian Werren]