Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 18 | 13. Oktober 2020

Thema der Woche

BGA-Präsident Anton F. Börner kehrt eindrucksvoll zurück 

Börner vertritt den BGA erneut als Präsident. In geheimer Wahl wurde er in Berlin einstimmig durch die erstmals hybrid ausgerichtete Mitgliederversammlung mit einhundert Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt. Bis zur nächsten regulären Wahl im Jahr 2021 wird Börner sich für den Verband einsetzen und mit seiner Expertise und seinem Netzwerk in dieser schwierigen Zeit als Frontmann agieren und im Wahljahr dem BGA eine starke Stimme geben. Ines Kitzing, die den Verband übergangsweise geführt hatte, gratulierte ihrem Nachfolger herzlich.

Als Kernthemen für die Verbandsarbeit benannte Börner die Stabilisierung der Wirtschaft in und nach der Corona-Krise. Hier ist es ihm besonders wichtig, dass der zunehmende Protektionismus, den die Krise deutlich verstärkt hat, wieder entschärft wird: „Deutschland ist wie kaum ein anderes Land auf Export und Import angewiesen. Viele unserer Arbeitsplätze hängen am Außenhandel und können nicht so ohne weiteres ersetzt werden“, so Börner in seiner Antrittsrede. Aber auch die Europäische Union liegt dem überzeugten Europäer am Herzen. Mit dem Leitmotiv „Wandel durch Handel“ setzt er sich für freien Welthandel ein und betont die Wichtigkeit einer marktorientierten Wirtschaft, die auch in Europa stärker verankert werden müsse.

Dies war dann auch gleich das zentrale Thema, das Börner unmittelbar im Anschluss nach seiner Wahl mit dem in der FDP-Bundestagsfraktion für Wirtschaft und Arbeit zuständigen, stellvertretenden Vorsitzenden Michael Theurer im Rahmen des TSI-Kongresses diskutierte. Bei der Hybrid-Veranstaltung debattierten die beiden vor ca. 350 Gästen online und vor Ort, wie Europa nach der Finanzkrise, der Eurokrise und nun noch COVID-19 weitermachen soll und kann. Darüber hinaus gingen sie der Frage auf den Grund, ob der Süden überhaupt die Chance habe, den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten, und erst recht zum Norden aufzuschließen – und ob der Norden den langen Atem und die finanzielle Solidarität der letzten zehn Jahre auch in der nächsten Dekade ungeschmälert aufbringen werde. Dies alles vor dem Hintergrund eines Europas, in dem die europakritischen Populisten scheinbar ungeschoren ihr Unwesen treiben dürfen.

Auch beim AGA EuropaAbend standen Europa und die Auswirkungen von Corona im Mittelpunkt. „Wir müssen das Thema Europa in einen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Zusammenhang sehen“, mahnte Börner, und warnte: „Wir sind als Wirtschaft und Produktionsstandort, aber auch als Konsument riesig. Aber außenpolitisch gibt es uns gar nicht.“ Seine Schlussfolgerung: „Wir brauchen eine supranationale Struktur, um selbst zu überleben. Wir können uns nicht 27 Regierungen leisten, die alle ihre eigene Finanzpolitik machen. Wir brauchen eine einheitliche Finanzpolitik.“

Börner ist selbst Unternehmer und stammt aus Ingolstadt. Er trat nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in das elterliche Unternehmen ein. Seit 1983 ist er persönlich haftender Gesellschafter die Firma Börner + Co. KG, ein mittelständisches Unternehmen in den Bereichen Haustechnik und Anlagenbau. Daneben betreibt er in Italien ein Weingut. Bereits 2000 – 2017 vertrat er die Groß- und Außenhändler und deren Dienstleister als BGA-Präsident wirkungsvoll.