BGA-Erfolg: Verdorbene Waren nun für Großhändler bei Überbrückungshilfe förderfähig

Die Bundesregierung hat die Anerkennung der Abschreibung für verderbliche Waren für Großhändler geöffnet. Dies geht aus dem aktuellen Fragen-und-Antworten-Katalog zur Überbrückungshilfe III hervor. Damit erhalten nun auch diejenigen Großhändler, die durch die Betriebsschließungen ihrer Kunden im Gastgewerbe existenziell betroffen sind, die dringend benötigte finanzielle Hilfe. Dies sei ein wichtiges Signal für die überwiegend familiengeführten kleinen und mittleren Unternehmen, so BGA-Präsident Anton F. Börner in seinem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Im Zuge der anhaltenden Corona-Pandemie und des fortdauernden Lockdowns hat die Bundesregierung die Überbrückungshilfen für Unternehmen mehrfach nachgebessert. War bei der Novemberhilfe noch Voraussetzung, dass die Unternehmen direkt von der Betriebsschließung betroffen sind bzw. mindestens 80 Prozent Umsatzeinbruch gegenüber dem Vorjahresmonat vorzuweisen, so sind auch infolge der mehrfachen Intervention des BGA nun Unternehmen im Förderzeitraum vom 1. November 2020 bis 30. Juni 2021 bereits ab einem monatlich coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 antragsberechtigt.

Weiterhin hervorzuheben sind die Verbesserungen bei der abhängig vom Umsatzeinbruch anteiligen Fixkosten-Erstattung. Neben der handelsrechtlichen Abschreibung für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in Höhe von 50 Prozent des Abschreibungsbetrages können auch bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen in begrenztem Umfang geltend gemacht werden. Erfreulich ist aus Sicht des BGA besonders, dass es in enger Zusammenarbeit mit betroffenen Mitgliedsverbänden durch ein nachdrückliches Engagement gelungen ist, die Abschreibung von verderblichen Waren bei der Überbrückungshilfe III als Fixkosten auch für Großhändler im Gastronomiebereich zu öffnen. Entsprechendes gilt für den Garten- und Gemüsebau (Zierpflanzenerzeuger).

Nach dem Fragen-und-Antworten-Katalog vom März 2021 kann die Sonderregelung zu den Abschreibungen für Einzelhändler nun auch von diesen Unternehmen in Anspruch genommen werden. Zu beachten gilt dabei, dass eine Abschreibung derselben Ware bei verschiedenen Unternehmen nicht gestattet ist. Auch können diese Regelung nur Unternehmen nutzen, die im Vergleichsmonat im Jahr 2019 mindestens 70 Prozent ihres Umsatzes mit stationärem Handel erzielen. Allerdings wird im Fragen-und-Antworten-Katalog der Begriff „stationärer Handel“ nicht ausgeführt. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass damit eine Abgrenzung zum sog. Online-Handel erfolgen soll bzw. vorausgesetzt wird, dass das Handelsgeschäft bzw. die Lieferung der vererblichen Ware von einem festen Standort aus organisiert wird.

Dipl.-Volkswirt Michael Alber
Geschäftsführer
Volkswirtschaft und Finanzen
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Im BGA ist er Ansprechpartner für alle volkswirtschaftlichen Fragestellungen. Auf Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes und wissenschaftlicher Institutionen analysiert er die konjunkturelle Entwicklung im Großhandel und der Gesamtwirtschaft. In Veröffentlichungen wie Trends & Analysen Großhandel sowie dem monatlichen Konjunkturbarometer informiert er über die Perspektiven für die Wirtschaftsstufe.