BGA für Entschärfung der Eigenkapitalunterlegung

Die Sicherung der Kreditversorgung in der aktuellen Corona-Krise hat BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann zum Anlass genommen, in einem Anschreiben im April an den Vizepräsidenten der EU-Kommission Valdis Dombrovskis sowie die aus Deutschland in das Europäische Parlament entsandten Abgeordneten die Aussetzung der EU-Regulatorik zur Eigenkapitalunterlegung von Banken, zumindest aber die Entschärfung deren krisenbeschleunigenden Wirkung zu fordern. Der BGA hatte vor den Folgen der Anforderungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bereits in seiner Positionierung zur Mittelstandsfinanzierung vom 15. Oktober 2019 gewarnt und seine Kritik im BGA-Positionspapier zur Sicherung der Unternehmensfinanzierung in der Corona-Krise vom 24. März 2020 bekräftigt.

Nach Auffassung des BGA bleibt bislang das Kernproblem einer schnellen und unbürokratischen Finanzierung von Unternehmen in der Corona-Krise bislang unberührt: Die Banken sind nach den Eigenkapitalanforderungen der Europäischen Union, die auf der BASEL-Regulatorik gründen, gefordert, Kredite risikoentsprechend mit Eigenkapital zu unterlegen. In Krisensituationen erschwert die Anforderung die Finanzierung von Unternehmen erheblich, weil Umsatzrückgänge, Forderungsausfällen oder Verlängerung von Zahlungszielen sich negativ auf die Bewertung auswirken und Banken für das steigende Risiko zusätzliches Eigenkapital unterlegen müssen. Ein erhöhter Finanzierungsbedarf führt verbunden mit einem verschlechterten Rating zu einer massiven finanziellen Belastung aus zusätzlichem Kreditbetrag und höheren Zinsen, obwohl sich die Ausgangssituation der Unternehmen nicht verändert hat. Dieses erschwerende Zusammenwirken von Krisenfolgen und Regulatorik hält der BGA wirtschaftlich für nicht vertretbar und für eine fortbestehende funktions- und leistungsfähige Wirtschaft schädlich.

Dipl.-Volkswirt Michael Alber
Geschäftsführer
Volkswirtschaft und Finanzen
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Im BGA ist er Ansprechpartner für alle volkswirtschaftlichen Fragestellungen. Auf Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes und wissenschaftlicher Institutionen analysiert er die konjunkturelle Entwicklung im Großhandel und der Gesamtwirtschaft. In Veröffentlichungen wie Trends & Analysen Großhandel sowie dem monatlichen Konjunkturbarometer informiert er über die Perspektiven für die Wirtschaftsstufe.