Warenkreditversicherung: Schutzschirm bis 30. Juni 2021 verlängert

„Die Verlängerung des Schutzschirms bei der Warenkreditversicherung ist ein wichtiges Signal für die Unternehmen des Groß- und Außenhandels. Nun haben die Unternehmen eine verlässliche und planbare Grundlage für die Absicherung ihrer Lieferketten bis zur Jahresmitte 2021. Bundesregierung und Warenkreditversicherer ermöglichen damit in einer weiter schwierigen wirtschaftlichen Zeit eine weitestgehend sichere Beschaffung und störungsfreie Versorgung von Betrieben und Bürgern.“ Diese Bewertung zog Dr. Dirk Jandura, Vorsitzender des Ausschusses Steuern und Finanzen und Mitglied des Präsidiums des BGA, anlässlich der Verständigung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Warenkreditversicherer vom 4. Dezember 2020 über eine Verlängerung des Schutzschirms bis zum 30. Juni 2021.

Die Verlängerung muss von der Europäischen Kommission beihilferechtlich noch genehmigt werden. Sobald dies erfolgt ist, wird der Bund ab dem 1. Januar 2021 weiterhin eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro übernehmen. Mit dieser Garantie können die Kreditversicherer auch weiterhin Kreditlinien im bestehenden Umfang von über 400 Milliarden Euro absichern. Dabei verpflichten sich die Kreditversicherer, ihre bestehenden Kreditlimits weitestgehend aufrecht zu erhalten und sich an den Schadenzahlungen mit 10 Prozent zu beteiligen. Zudem überlassen sie dem Bund knapp 60 Prozent der Prämieneinnahmen für das erste Halbjahr 2021. Auch die über die Garantie des Bundes hinausgehenden Ausfallrisiken tragen die Kreditversicherer.

„Die Verlängerung des Schutzschirms sollten die Unternehmen nutzen, sich wieder auf die Zeit mit marktwirtschaftlichen Bewertungen von Risiken vorzubereiten. Dies gilt gerade und insbesondere auch für die Unternehmen, die nicht unter den Schutzschirm fallen, weil sie sich unabhängig von der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben. Wenn die Pandemie durch wirksame Impfstoffe erfolgreich eingedämmt wird und die wirtschaftliche Erholung greift, werden die Hilfen und Schutzschirme auslaufen. Dies ist auch vertretbar und erforderlich, um den Staat finanziell nicht zu überfordern und Begehrlichkeiten wie Steuererhöhungen, die die Erholung gefährden würden, abzuwenden“, so die Empfehlung von Dr. Jandura und weiter: „Das Zeitfenster bis zum 30. Juni 2021 gibt den Unternehmen nun benötigte Zeit, sich zum einen ein krisenfestes Kreditversicherungsmodell durch eine Ausweitung der Finanzkommunikation mit dem Kreditversicherer über das Unternehmensrating und die hierzu erforderlichen Unterlagen, Kreditlimits, -konditionen und -prämien auszugestalten. Zum anderen sollten Unternehmen auch überlegen, wie sie ihre finanzielle Unabhängigkeit durch die Übernahme von mehr Eigenverantwortung mittels eines strukturierten Kreditmanagements und Instrumente der Liquiditätsstärkung erhöhen können. Der BGA hat hierzu Unternehmen auf seiner Webseite eine Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt“,  so Dr. Jandura abschließend.

Dipl.-Volkswirt Michael Alber
Geschäftsführer
Volkswirtschaft und Finanzen
Telefon: 030 590099-570
E-Mail: Michael.Alber(at)bga.de

Im BGA ist er Ansprechpartner für alle volkswirtschaftlichen Fragestellungen. Auf Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes und wissenschaftlicher Institutionen analysiert er die konjunkturelle Entwicklung im Großhandel und der Gesamtwirtschaft. In Veröffentlichungen wie Trends & Analysen Großhandel sowie dem monatlichen Konjunkturbarometer informiert er über die Perspektiven für die Wirtschaftsstufe.