Corona-Warn-App geht an den Start

Endlich ist es soweit: Nach letzten Tests am Wochenende wird die Corana-Warn-App heute vorgestellt und freigeschaltet. Die App trägt dazu bei, Bürgerinnen und Bürger schneller zu informieren, wenn diese Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten. Damit ist sie ein weiterer Baustein bei der Bekämpfung des Corona-Virus und soll weitere Lockerungen für das wirtschaftliche und öffentliche Leben möglich machen, ohne dass die Ausbreitung des Virus wieder stark zunimmt. Die Anwendung der Corona-Warn-App ist freiwillig. Je höher ihre Akzeptanz ist und je mehr Menschen sie nutzen, desto besser wird sie helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Daher unterstützt der BGA dieses Projekt der Bundesregierung, indem er seine Mitglieder informiert und dort aktiv für die Corana-Warn-App und deren Anwendung wirbt.

Aufgrund abklingender Neuinfektionen in Deutschland scheint in Teilen der Bevölkerung der trügerische Eindruck zu entstehen, dass diese App zu spät kommt und nun nicht mehr notwendig ist. Aber solange kein Impfmittel oder Medikament vorhanden ist, kann es bei jeder weiteren Lockerung wieder zu einer stärkeren Verbreitung des Virus kommen und eine erneute Welle losgetreten werden. Deshalb hat die App heute immer noch eine große Berechtigung und ist eine Unterstützung bei dem Umgang mit dem Virus.
Je höher ihre Akzeptanz ist und je mehr Menschen sie nutzen, desto besser wird die App helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, müssten sich mindestens 60 Prozent der Bevölkerung beteiligen. Daher ist es wichtig, möglichst transparent, vielfältig und wiederholt auf den Mehrwert des aktiven Gebrauchs für die Gesellschaft hinzuweisen.

Die App basiert dabei auf einem technologischen Ansatz, der für alle neu ist. Sie ist ein freiwilliges Angebot. Ihre Entwicklung, ihre Funktionsweise aber auch ihre Rolle in der Pandemiebekämpfung führen naturgemäß zu vielen Fragen. Deshalb hat Kanzleramtschef Helge Braun in den vergangenen Wochen mehrfach das Gespräch mit zahlreichen Wirtschaftsverbänden, darunter auch der BGA, gesucht und stand für deren Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Das leistet die neue Warn-App
Überall im öffentlichen Raum begegnen wir Menschen. Darunter auch mögliche mit dem Coronavirus Infizierte, die den Erreger an andere übertragen können, auch ohne, dass sich Symptome bemerkbar machen.
Nach einem positiven Corona-Test geht es für das Gesundheitsamt an die Nachverfolgung der Kontakte. Und die verläuft nicht ohne Lücken. Schließlich können Infizierte unmöglich alle Personen benennen, denen sie in der Öffentlichkeit begegnet sind. Die Corona-Warn-App kann solche Lücken schließen: Wann immer sich Nutzer begegnen, tauschen ihre Smartphones über Bluetooth verschlüsselte Zufallscodes aus. Diese geben Aufschluss darüber, mit welchem Abstand und über welche Dauer eine Begegnung stattgefunden hat. Die Daten werden automatisch nach 14 Tagen gelöscht, also, laut Robert-Koch-Institut, der Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung.
Meldet eine betroffene Person über die App freiwillig ihre Infektion, werden ihre eigenen Zufallscodes allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt. Auf deren Smartphones prüft die App, ob kritische Kontakte bestanden haben. Wird sie fündig, benachrichtigt sie die Betroffenen und gibt klare Handlungsempfehlungen.

Datenschutz jederzeit gewahrt
Die App ist auf dem eingeschalteten Smartphone aktiv, sie kennt aber weder unseren Namen noch unsere Telefonnummer noch unseren Standort. Der Datenschutz bleibt über die gesamte Nutzungsdauer und bei allen Funktionen gewahrt:

  • Keine Anmeldung: Es braucht weder eine E-Mail-Adresse noch einen Namen.
  • Keine Rückschlüsse auf persönliche Daten: Bei einer Begegnung mit einem anderen Menschen tauschen die Smart­phones nur Zufallscodes aus. Diese messen, über welche Dauer und mit welchem Abstand ein Kontakt stattgefunden hat. Sie lassen aber keine Rückschlüsse auf konkrete Personen zu. Es erfolgt auch keine Standortbestimmung.
  • Dezentrale Speicherung: Die Daten werden nur auf dem Smartphone gespeichert und nach 14 Tagen gelöscht.
  • Keine Einsicht für Dritte: Die Daten der Personen, die eine nachgewiesene Infektion melden, sowie der Benachrich­tigten sind nicht nachverfolgbar.
     

Unter dem Link finden Sie einen „Baukasten für Unterstützerinnen und Unterstützer“.