Zentrale Beschaffung ist keine Dauerlösung

Neben der zentralen Beschaffung durch den Bund seien weiterhin Länder, Krankenhäuser und Arztpraxen gefragt, selbst bestmöglich Schutzausrüstung zu beschaffen, so Bundesgesundheitsminister Spahn in einem Schreiben an die Mitglieder der Fraktionen von Union und SPD. Dieses Schreiben nahm BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann zum Anlass, die Unterstützung des Groß- und Außenhandels mit Expertise und seinen Netzwerken für die Beschaffung der unterschiedlichsten, derzeit stark benötigten Materialien anzubieten. Zugleich wies er darauf hin, dass die gegenwärtigen Probleme nur dezentral gelöst werden könnten und warnte vor möglichen Fehlentwicklungen.

Der Groß- und Außenhandel ist Teil der Lösung
In seinem Schreiben verwies der BGA darauf, dass der Groß- und Außenhandel seit eh und je für die sichere und reibungslose Versorgung unserer Wirtschaft sorge. Dies gelte insbesondere auch für das Thema Sicherheit und sichere Versorgung von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Apotheken, beispielsweise mit medizinischer Schutzausrüstung (Atemschutzmasken, virendichte Infektionsschutzanzüge, Schutzhandschuhe und Schutzbrillen), Labortechnik und Diagnosematerial. Dabei seien die Unternehmen des Groß- und Außenhandels unermüdlich im Einsatz, etwaige Lücken zügig zu schließen und ihre langjährigen Lieferbeziehungen zu nutzen. Geschäfte in China (aus dem 95 Prozent der Weltproduktion kommen) funktionierten fast nur über persönliche Beziehungen, und diese müsse man über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gepflegt haben. Es sei wichtig, dass im politischen Bereich die eigenen Kräfte und Möglichkeiten nicht überschätzt werden. Für eine erfolgreiche Strategie sei es unverzichtbar, neben der Entwicklung neuartiger Ideen auch auf bewährte und erfolgreiche Strukturen zurückzugreifen und auch auf diese immer wieder hinzuweisen.

Frühzeitige Information ist das A und O einer erfolgreichen Exit-Strategie
Ebenso wichtig sei es für die vielfältigen Teilbranchen des Großhandels, rechtzeitig den Zeitplan des Hochfahrens zu kennen, soll der Wiedereinstieg gelingen. Als Logistikabteilung der deutschen Wirtschaft müsse der Groß- und Außenhandel in die Überlegungen für eine Exit-Strategie miteingebunden werden. 

In der jetzigen Situation sei es überlebenswichtig, auf das Zusammenwirken aller Wirtschaftsstufen zu achten und den „intermediären Dienstleister“, der all diese Teilbereiche miteinander verbindet, in die Überlegungen mit einzubeziehen. Die markwirtschaftlichen Wirkungsketten sollten nicht durch planwirtschaftliche Maßnahmen dauerhaft gefährdet werden.