BERUFSBILDUNG

Ohne qualifizierte Mitarbeiter kein wirtschaftlicher Erfolg. Die Unternehmen des Groß- und Außenhandels bilden rund 60.000 Jugendliche in über 50 Berufen aus. Sie bieten ihren Mitarbeitern eine langfristige Perspektive und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Arbeitsumfeld.  

Neue Herausforderungen  

Sich verändernde Qualifikationsanforderungen sowie der demographische Wandel stellen Auszubildende, langjährige Mitarbeiter und Unternehmer selbst vor ständig neue Aufgaben. Eine Basisvoraussetzung, um diese Zukunft zu meistern, ist die Stärkung der ökonomischen Bildung und eine bessere Berufsorientierung an Schulen. Auch die Durchlässigkeit des beruflichen Bildungssystems und der Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte müssen verbessert werden. Die Politik sollte die individuelle Bereitschaft zu lebenslangem Lernen nachdrücklich fördern - ohne staatlichen Zwang auszuüben. Die Unternehmer wissen selbst am besten, welche Maßnahmen in ihren Betrieb erforderlich sind. 

Der BGA gibt Orientierung  

Der BGA koordiniert die Neuordnung und Modernisierung der Berufe im Groß- und Außenhandel. Wir sorgen dafür, dass deren erhebliche Potenziale bekannter werden, etwa mit unserer Ausbildungskampagne „Groß handeln – Groß rauskommen“. Für eine nachhaltige Personalpolitik haben wir den Praxisleitfaden „2015: Personal im Groß- und Außenhandel“ entwickelt. Im BGA-Berufsbildungsausschuss bringen Praktiker ihre Fachkompetenz ein.

MODERNE BERUFE FÜR DEN GROSS­ UND AUSSENHANDEL

Das Berufsbild Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement wurde 2020 reformiert und hat das frühere Berufsbild Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel abgelöst.

Digitalisierung erfordert neue Berufsbilder

Die fortschreitende digitale Vernetzung von Wertschöpfungsketten, die erweiterten Möglichkeiten des Vertriebskanals Internet und die permanente Digitalisierung von Geschäftsprozessen (E-­Business) verändern die beruflichen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Groß­ und Außenhandel. Der BGA­Berufsbildungsausschuss hat den Wandel im Handel zum Anlass genommen und die Reform des Kaufmannsberuf im Groß und Außenhandel in die Wege geleitet. Das Ergebnis ist der neue Kaufmann bzw. die neue Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement. Ein wichtiger Aspekt dabei war auch das Thema E­Commerce, das auch im B2B­Handel unaufhaltsam auf dem Vormarsch ist. Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement bleiben dabei dem Multichannel-Ansatz treu und nutzen verschiedene Vertriebskanäle für ihre Tätigkeit.

Parallel hierzu hat der BGA an der Schaffung eines völlig neuen Berufs für den Vertrieb von Waren und Dienstleistungen über das Internet mitgearbeitet: dem Kaufmann/der Kauffrau im E-Commerce. Ausgehend vom klassischen Versandhandel, hat der E­-Commerce wachsende Bedeutung in ganz vielen Wirtschaftsbereichen, z.B. Großhandel, Industrie, Tourismus, Versicherungen, Medien­ und Unterhaltungsindustrie, Informations­ und Kommunikationstechnik.

Der E-Commerce-Kaufmann steht nicht in Konkurrenz zu klassischen Waren­ und Dienstleistungskaufleuten, wie Groß­ und Außenhandelskaufmann, Einzelhandelskaufmann oder Tourismuskaufmann, sondern bildet eine sinnvolle Ergänzung des Spektrums der dualen Ausbildungsberufe. Vermittelt werden insbesondere Kompetenzen, die im Onlinevertrieb von Waren und Dienstleistungen gefragt sind. Vor allem im Hinblick auf die Analyse des Kundenverhaltens („Gläserner Kunde“) bietet das Internet völlig neue Möglichkeiten. Mit dem neuen Beruf soll letztlich auch die duale Berufsausbildung gegenüber der akademischen Bildung im zukunftsträchtigen Onlinemarkt gestärkt werden.